Hier ein paar Vorschläge zur Ihrer Altervorsorge
Rentenversicherung Risikolebensversicherung Fondspolice / Investmentpolice
Sehr wichtig für Familien mit Kindern: Risikolebensversicherung
Was wäre, wenn ein Elternteil plötzlich verstirbt? -- Die Hinterbliebenen müssen meistens mit geringen Renten auskommen. 100 000 Mark Versicherungssumme kosten für einen 25- bis 40jährigen Mann dreißig bis vierzig Mark im Monat, für Frauen 25 bis 30 Mark. Es können sich auch Mann und Frau gemeinsam versichern in der Weise, daß nur beim Tode des Erstversterbenden die Versicherungssumme ausbezahlt wird. Diese Versicherung ist billiger als zwei Einzelversicherungen. Und man kann zusätzlich eine Rente für den Fall der Berufsunfähigkeit versichern. Auch das ist billiger als der Abschluß von zwei Einzelverträgen. So kosten 100 000 Mark Versicherungssumme für den Todesfall und eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente von 1000 Mark für einen dreißigjährigen Mann etwa 70 Mark im Monat, für eine gleichaltrige Frau etwa 75 Mark.
Die Versicherungssumme einer Risiko-Lebensversicherung sollte mindestens betragen: bei Familien mit kleinen Kindern das vierfache Jahreseinkommen, bei Familien mit älteren Kindern das dreifache, bei kinderlosen Ehepaaren das zweifache Jahreseinkommen. Die Laufzeit der Risiko-Lebensversicherung sollte bis etwa zum 50. oder 55. Lebensjahr vereinbart werden, weil dann andere Rentenansprüche oder privates Vermögen entsprechende Sicherheit bieten und meistens auch die Kinder aus dem Haus sind.
Achtung, Vertretertrick: "300 000 Versicherungsvermittler und Berater" (darunter auch Freunde und Bekannte) sind darauf angesetzt, Ihnen statt der Risiko-Lebensversicherung eine Kapital-Lebensversicherung zur Familienversorgung aufzuschwatzen, mit der Sie sich gleichzeitig zu einem langfristigen Sparen verpflichten sollen. "Zur zusätzlichen Altersversorgung", wie die Vertreter Ihnen beizubringen versuchen. Dann kostet die Familienversorgung leicht das Zehnfache. Und für Ihr Alter können Sie besser und rentabler alleine vorsorgen. Altersversorgung ist ein reines Geldanlageproblem und hat mit Lebensversicherung überhaupt nichts zu tun (Seite 24). Fallen Sie nicht auf das "Geld-Zurück-Versprechen" herein. Es gibt keine Versicherung umsonst. Und um die Langfristigkeit des Sparvorganges zu vertuschen, locken Vertreter mit vorzeitigen Auszahlungen. Oder es werden "besonders günstige" Hypotheken für einen Hausbau oder Hauskauf in Aussicht gestellt.
Bei Finanzierungen: Restschuldversicherung
Was wäre, wenn eine Familie ein Haus baut und der Ernährer verstirbt?-- Die Familie müßte das Haus wohl wieder verkaufen. Für die Absicherung eines Kredits bietet sich eine Restschuldversicherung an -- eine Risiko-Lebensversicherung, deren Versicherungssumme (entsprechend der Tilgung des Kredits) ständig abnimmt. Dadurch ist diese Versicherung noch billiger als eine Risiko-Lebensversicherung mit fester Summe.
Achtung, Vertretertrick: Vertreter werben mit (wertlosen) Hypothekenzertifikaten und mit falschen Rechenbeispielen für den Abschluß von KapitaI-Lebensversicherungen zur Baufinanzierung. Diese Finanzierungsart ist -- wenn überhaupt -- nur bei vermietetem Grundbesitz sinnvoll, nicht aber beim Eigenheim. Der Grund ist ganz einfach: Es lohnt sich nicht, die Tilgung eines 7- oder 8-Prozent-Kredites mit einer Rendite von unter 6 Prozent anzusparen. Da bringt die direkte Tilgung mehr. Nur bei Vermietung kann man durch die höhere Zinslast der Lebensversicherungshypothek steuerliche Vorteile erzielen.
Die Kapital-Lebensversicherung hat so viele Nachteile, daß sie allenfalls empfohlen werden kann:
- für Selbständige zum Steuersparen (bei hohem Steuersatz, nur mit 12 Jahren Laufzeit und nur bei Spitzengesellschaften mit hoher Rendite), eventuell auch als "Rentenversicherung", die keinen Todesfallschutz beinhaltet, sondern bei Ablauf eine Renten- oder Kapitalzahlung vorsieht, eine "Lebensversicherung auch für Kranke"
- zur Tilgung von Krediten, wenn sich daraus hohe steuerliche Vorteile ergeben (nur bei vermietetem Grundbesitz, betrieblichen Krediten (nur bei Spitzengesellschaften).
- als Direktversicherung (nur bei hohem Steuersatz und weil der Vertrag bis zum 60. Lebensjahr laufen muß; erst ab Alter um die 40 Jahre, und nur bei Spitzengesellschaften)
Ganz wichtig: Wie aus falschen Lebensversicherungen herauskommen?
Wenn Sie eine falsche Kapital-Lebensversicherung abgeschlossen haben und so gesund sind, daß Sie sich anderweitig günstiger versichern können, sollten Sie wie folgt vorgehen:
- Zu neu abgeschlossenen oder bis zu etwa 3 Jahre alten Lebensversicherungen erst einmal keine Beiträge mehr zahlen. Werden diese per Lastschrift abgebucht, sofort mit den Kontoauszügen und Lastschriftzetteln zur Bank oder Sparkasse gehen und die Beiträge zurückrufen lassen. Das geht bis mindestens 6 Wochen rückwärts. Dieses Geld ist sonst meistens verloren.
- Unter Angabe der Versicherungsnummer an die Gesellschaft wie folgt schreiben und anfragen: Wie groß ist der Rückkaufswert einschließlich Überschüsse im jetzigen Zeitpunkt? -- (Zur Information: Rückkaufswert ist der Betrag, der bei einer Kündigung ausgezahlt wird.) Bitte machen Sie mir ein Angebot auf Verkürzung der Laufzeit auf insgesamt 12 Jahre ab Beginn (oder zum frühestmöglichen Zeitpunkt) -- bei gleichem Beitrag. Wie hoch wäre nach der Laufzeitverkürzung die voraussichtliche Auszahlung (einschließlich Sonderausschüttungen und Überschußanteile nach dem derzeitigen Stand)?"
- Die Angaben der Gesellschaft auf der Rückseite des Fragebogens eintragen für Hinweise in einem Informationsbrief, was Sie mit Ihrer falschen Lebensversicherung machen sollten.
- Angebote für Versicherungen auf Risikobasis einholen für einen besseren Versicherungsschutz für weniger Geld.
Wenn Kapital-Lebensversicherungen fortgeführt werden (eventuell auch mit verkürzter Laufzeit):
Unfallzusatz ausschließen (was jederzeit möglich ist): Eine zusätzliche Versicherungssumme für den Fall des Unfalltodes kostet über eine Lebensversicherung meistens mehr als das Doppelte im Vergleich zu einer günstigen Unfallversicherung.
Dynamik ausschließen (was jederzeit möglich ist): Durch die Dynamik erhöhen sich laufend Versicherungssumme und Beitrag. Die Rendite dynamischer Lebensversicherungen ist besonders schlecht, weil jede Erhöhung wie ein Neuabschluß behandelt und aus den Erhöhungsbeiträgen erst nach zwei bis drei Jahren ein Sparkapital für den Versicherten gebildet wird. |